Musiktherapie

ist eine der ältesten Heilformen der Menschheit. Im Laufe von Jahrhunderten formten sich in vielen Kulturen der Welt Ansätze im Umgang mit Klang, Stimme und Musik, um diese für Menschen in Not oder Krankheit hilfreich und heilsam zu nutzen.

Jeder Mensch hat mehr oder weniger intuitive, emotionale oder künstlerische Zugänge zu Musik. Vom Herzschlag im Mutterleib an über den ersten Schrei, über Wiegen- und Kinderlieder, musikalische Erziehung und Hörerfahrungen in diversen Lebenskontexten, z.B. an Festen, auch beim Tanz, sowie durch die mediale Verbreitung, bis hin zum letzten Atemzug sind wir Menschen mit Rhythmus, Klang, Melodie und Harmonie eng verbunden. Wir leben mit den vielfältigen Atmosphären und Stimmungen der Musik. Sie reißt uns körperlich mit oder entspannt uns, berührt unsere Seele, stärkt die Konzentration, fördert Gemeinschaftserfahrungen und Völkerverständigung; und sie vermag spirituelle Räume in uns zu öffnen. In diesen Wirkungen entfaltet sie heilsame und Entwicklung-fördernde Potentiale, derer sich die Musiktherapie bedient. Und so findet die Musiktherapie in der heutigen Zeit zunehmend Verbreitung und Anerkennung im Gesundheitswesen und wird als Wissenschaftsdisziplin erforscht und evaluiert. 

Musiktherapie findet Anwendung in allen Altersstufen der Menschen, u. a. zur  Behandlung Früh-geborener oder Schrei-Babys, zur Förderung der kindlichen Entwicklung auf kognitiver, emotionaler und physischer Ebene, zur Stärkung und Krisenbewältigung im Jugendalter, zur Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, in den klinischen Bereichen der neurologischen Rehabilitation, der Onkologie, der Geriatrie und Palliativmedizin.

In der aktiven Musiktherapie steht die gemeinsame Improvisation mit leicht spielbaren Instrumenten und Klängen im Mittelpunkt der therapeutischen Kommunikation. Nach dem musikalischen Spielen oder Experimentieren werden die dabei gesammelten Erfahrungen besprochen und eröffnen neue Handlungsoptionen oder Lösungen für aktuelle Lebenslagen und -fragen. Mehr dazu unter: Improvisation

In der rezeptiven Musiktherapie stehen Hören und ganzheitliches Musikerleben im Zentrum der therapeutischen Arbeit. In Verbindung mit Übungen zur Körperwahrnehmung oder Tiefenentspannung werden Körper, Geist und Seele angesprochen und auch spirituelle Erfahrungen ermöglicht. Eine zentrale Methode ist die Verbindung des Musikhörens mit der inneren Öffnung für auftauchende Imaginationen. Beim Erleben "Innerer Bilder" oder Traum-ähnlicher Erfahrungen erlangen Sie - begleitet von Klängen oder Musikstücken - Zugang zu ihren Lebensthemen, dabei stellen sich neue Perspektiven auf konkrete Alltagssituationen ein und Impulse für anstehende Veränderungen tauchen auf. Mehr dazu unter:

Guided Imagery and Music, Kurze-Musik-Reisen, Klangreisen

Weitere Informationen rund um die Musiktherapie - im klinischen und ambulanten Setting, zu Ausbildung, Forschung und Literatur - finden Sie bei der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft.